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Die neuste Frage vom 14.06.2016
541 Einträge
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Frage:
Hallo Herr Köpfer, ich habe 2 Fiskalmarken und finde keine Wertangaben zu diesen. Wertmarke Deutscher Gemeinden 10 und 20 RM
Das Hakenkreuz wurde unkenntlich gemacht und diese 2 Marken sind auf einem Dokument für Zuzugsbewilligung .
Können Sie mir einen ungefähren Wert dazu nennen.
MfG M.
Antwort:
Das ist sicher ein hochinteressantes Zeitdokument, einen Wert kann man ihm allerdings nicht zuschreiben. Das würde nämlich voraussetzen, daß es dafür einen Sammlermarkt gäbe - und den gibt es meines Wissens nicht. Der Philatelie, dem Briefmarkensammeln kann man solche Marken jedenfalls nicht zuordnen.
Der neuste Fundsache vom 14.12.2015
74 Einträge
Hallo Herr Köpfer,

Sie hatten leider recht mit Ihrer Befürchtung:-(

Eigentlich ist das Buch ("Qualität von Briefarken" Delsing / Maassen) ziemlich umfassend und strukturiert aufgebaut und befasst sich mit allen möglichen Aspekten, die man beachten sollte. Zuerst gibt es einen allgemeinen Überblick über die möglichen Ursachen von Mängeln, und dann wird auf die verschiedenen Sorten von Mängeln im Einzelnen mit vielen anschaulichen Beispielen und Bildern eingegangen. Auch die verschiedenen Arten des Abschlags eines Stempels kommen nicht zu kurz.

Am Ende eines jeden solchen Abschnitts (acht Hautabschnitte mit diversen Unterabschnitten) steht dann eine Tabelle mit sieben Kategorien, und (Sie ahnen es schon) dort gibt es dann neben der Kategorie A+ (Luxus, also Q1), D (Lückenfüller) und E (Ausschuss) noch drei andere Kategorien A (Gut), B (Durchschnitt) und C (2. Wahl).

Mit A soll natürlich suggeriert werden, dass man eine Marke aus dem obersten Bereich hat, wenn auch nicht ganz einwandfrei, aber nur ganz knapp an A+ vorbei! Und B heisst dann, dass das die Marken sind, die alle anderen Sammler auch so sammeln, man sich also in guter Gesellschaft damit befindet. C geht dann immer noch und ist auch nicht so tragisch.

Wenn sich der Autor auf die drei Kategorien A+, D (finde ich in Ordnung, ist eben ein Lückenfüller, und solange man keine sammelnswerte Marke hat, kann da ruhig eine kaputte stecken) und E beschränkt hätte, wäre mit dem Buch etwas anzufangen gewesen. Aber so kann man sich im allgemeinen Teil informieren und sich die vielen Beispielbilder mit Erklärungen anschauen. Die Tabellen sollte man einfach vergessen.

Ich habe Ihnen ein paar Seiten eingescannt: eine exemplarische Seite mit Beschreibungen und Kategorisierung der Zähnung, ein Flußdiagramm, das man abarbeiten soll, wenn man eine Marke insgesamt beurteilen will und ein Befund-Formular(!), in das man wohl seine eigenen Untersuchungsergebnisse bzgl. einer untersuchten Marke eintragen soll (wer braucht das? wozu soll man das verwenden?).

Die anderen drei eingescannten Seiten enthalten Darstellungen zu verschiedenen Stempelabdrücken und deren Klassifizierung. Diese Seiten erinnerten mich an Ihre Idee der Stempelklassifizierung.

Ich hoffe, dass die Seiten einigermassen leserlich sind.

Schade, das hätte auch ein wirklich sinnvolles Buch für den Sammler werden können, aber so führt es den Sammler wieder nur hinters Licht und gaukelt vor, dass auch Marken, die nicht einwandfrei sind, sammelwürdig wären und etwas Wert sein könnten. Also doch kein Weihnachtsgeschenk für Sammlerkollegen:-(

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie trotzdem noch eine schöne Vorweihnachtszeit, frohe Weihnachten (wenn auch mal wieder ohne Schnee und viel zu warm) und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mit freundlichem Gruß

Joachim

Kommentar Günther: Erneut ein Beispiel, wie perfide und unbelehrbar die Briefmarkenlobby mit uninformierten, manchmal leider viel zu blauäugigen Sammlern, umgegangen wird.

Übrigens habe ich, das haben Sie ja bemerkt, auf die Scans einzelner Beispielseiten verzichtet: Beim Lesen kommt einfach nur Frust auf - und den möchte ich Ihnen ersparen.
Der neuste Sammeltipp vom 14.12.2015
23 Einträge
Sicherheitadditive
Im "Michel Handbuch-Katalog Rollenmarken Deutschland 2006" sind auf genau 42 Seiten die sogenannten "Sicherheitsadditive" mit tausenden von Varianten der SWK katalogigisiert - und das zu Preisen, die einem die Ohren schlackern lassen.

Nur, wenn ich darüber nachdenke: Warum sollte die Post nicht sicht- jedoch maschinenlesbare aufgetragene chemische Lösungen, bewußt in mehreren unterschiedlichen Arten aufbringen? Und warum wird so etwas katalogisiert, während effektiv unterschiedliche Papiersorten und verschiedene offizielle Fluoreszenzen bis heute in den Normalkatalogen nicht benannt werden.

Ist das, das wäre das kleinere Übel, Profilierungssucht, oder aber nur wieder einmal ein lukrativer Weg, Sammlern das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Ich kann auch hier nur raten, die Finger davon zu lassen.

Der neuste Handbucheintrag vom 18.02.2014
147 Einträge
Stempelklassifizierung
In einigen Ländern erzielen oft gar nicht so spektakuläre Briefmarken, die jedoch wunderschön zentrische Abstempelungen aus dem Bedarf aufweisen, bei Auktionen z.B. in den USA teilweise fast schon abartig zu nennende Höchstgebote. In Schweden hat der zentrische Stempel eine schon sehr lange Tradition, besondere Bedeutung und damit Bewertung. Aber auch im deutschsprachigen Raum hat sich eine immer größer werdende Gruppe von Sammlern gebildet, die sich höchste Qualität und den zentrischen Bedarfsstempel auf ihre Fahne geschrieben hat – Auktionsergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache.
Der darunter liegende Bereich der Philatelie verharrt starr in seinen Positionen. Da ist alles so, wie es immer war. Das kann doch nicht falsch sein? Und die paar Probleme werden sich sicher von selbst lösen. Der Sammler soll endlich wieder zu seinem früheren Verhalten zurückkehren. Hat der denn im übrigen keine Gewissensbisse, wenn er sieht, wie der Handel leidet? Also, weiter so?
Die gesamte Philatelie leidet unter dem Druck zu vieler, nicht sammelnswerter Briefmarken und für Sammler produzierter und manipulierter Produkte. Man fragt sich, warum wird die Qualität nicht hofiert und der Massenschrott in seine Schranken, besser noch, in den Schredder gewiesen?
Eins steht jedenfalls zweifelsfrei fest: Briefmarken, die im Eventualfall nicht prüfbar sind, sind nicht sammelwürdig, sind wertlos. Es kann in dem Fall weder festgestellt werden, wo abgestempelt wurde, ob das zeitgerecht war oder der Stempel überhaupt echt ist. Solche Marken sind für den, der sie, zumindest als Sammler, kaufen möchte, immer um 100 % zu teuer, da sie nicht mehr weiterveräußert werden können, einfach unverkäuflich sind! Ganz besonders der Umstand, daß es Sammler gibt, die solche Marken immer noch kaufen, spricht für, von der Briefmarkenlobby gewollt, mangelhafte Information und die dringende Notwendigkeit, diesen Markt zu ändern, denn diese Betrogenen sind Sammler, die später ihre Enttäuschung ganz besonders laut publizieren, unserem Hobby verloren gehen - und dem Briefmarkensammeln teils irreparable Schäden zufügen.
Eine notwendige Klassifizierung gestempelter Briefmarken stelle ich mir gar nicht so schwierig vor, wobei Berlin, anhand dessen ich einen Versuch der Einordnung unternehmen möchte, durch die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten jedoch schon besondere Ansprüche stellt.
Vor einer Stempelklassifizierung muß man als selbstverständlich voraussetzen, daß einzustufende Marken der Qualitätsklasse „fehlerfrei“ angehören, also physisch ohne Fehl und Tadel sind (eine fehlerhafte Briefmarke mit auch noch so schönem Stempel ist immer wertlos).
Anbieten würde sich eine A-B-C-Klassifizierung für die grundsätzliche Stempelstellung, also
A = "zentrisch", B = "weitgehend zentrisch", "Ort und Datum identifizierbar" und C = "nicht identifizierbar", "nicht lesbar", "verschmiert" = nicht sammelwürdig.
Die unterschiedlich zentrisch gesetzten Stempel (also die der Gruppe A + B) wären dann noch mit einer weiteren Bewertungszahl, der des „prozentualen“ Anteils des Stempels, der sich auf der Briefmarken befindet, zu klassifizieren.
"A" ist dem "zentrischen Vollstempel" ab 90 % bis 100 % Stempelanteil auf der Marke vorbehalten,
„B“ wäre dem „annähernd“ zentrischen Vollstempel vorbehalten, wobei hier das Raster ab lesbar bis 89 liegen würde.
"C" würde den nicht prüffähigen Bereich (keine Echtheitsbestätigung bzw. Prüfung möglich) darstellen und deswegen, aber auch wegen der ungeheuren Mengen an Material, mit dem Hinweis "nicht sammelwürdig", ohne Bewertung bleiben. Damit würde der Sammler, zumal der NEU Beginnende, leicht und schnell feststellen können, daß dieser Bereich nicht zum Sammeln geeignet ist. Es würde ihm damit nichts vorgeschrieben, es würde ihm nur vermittelt, was Totalverlust bzw. ohne Zukunft ist.
Ein weiteres Zuordnungskriterium wäre dann die Nennung des Ortes der Abstempelung.
Am Beispiel des Ausgabelandes Berlin, dessen Marken mit Stempeln von Berlin-West, Berlin-Ost, Bund und übrigem VGO (Verkehrsgebiet Ost) entwertet werden konnten, würde man die „1“ Berlin zuordnen, die „ 2“ den übrigen Möglichkeiten. Darüber hinausgehende Möglichkeiten wären dann mit „a“, „b“, „c“ usw. zu ergänzen. Also Berlin = „1“, West = „a“, also 1a, Ost „b“, also 1b.
Im Klartext:
1a = Stempel Berlin West, 1b = Stempel Berlin Ost, 2a = Stempel Bund und 2b = Stempel Verkehrsgebiet Ost (ehemalige DDR).
Die einzelnen Klassifizierungen müssen durch Abbildungen beleg- bzw. „errechenbar“ werden, was z.B. für den glasklaren, absolut zentrisch gesetzten Berlin-Stempel, also die allerhöchste Qualität (Klassifizierung A100) kein Problem darstellen würde.
Die Gesamtbeschreibung einer solchen Marke könnte demnach lauten:
Fehlerfrei / A100/2b (physisch ohne Fehl und Tadel, absolut (100%) zentrisch „Berlin-Ost“ gestempelt.
Da durch diese Klassifizierung Markenprüfungen von Marken, die nicht als fehlerfrei eingestuft werden können und die der Stempelklasse C künftig entfallen, würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, daß künftig auch die „kleinen“ Werte, die im übrigen wertmäßig gar nicht klein sind, geprüft werden könnten.
Auch Ersttags-Sonderstempel und Massenabstempelungen müssen klar erkennbar aus dieser Klassifizierung herausgehalten mit einer eigenen Bewertungsklasse klar als z.B. "private philatelistische Produkte" oder, noch besser, in einem eigenen Katalog aufgeführt werden. Sie zählen ebenfalls nicht zum sammelwürdigen Teil der Philatelie, weil sie für den Sammler hergestellte "Kunstprodukte" sind. Ich denke, die um die 400.000 ETB, unzählige "Schmuck"-FDC" und ebenfalls unglaubliche Mengen an Ersttags-Einzelabstempelungen sprechen eine ganz eigene Sprache. Und berücksichtigt man die hierfür bei z.B. eBay erzielbaren Preise, findet man sich unvermittelt im Bereich wertlos / unverkäuflich wieder.
An dieser Stelle noch mal der Hinweis, daß Briefmarken / Briefe aus dem Schriftwechsel von uns Sammlern bzw. von Marken, die wir auf unseren Postämtern mit normalen Tagesstempeln haben abstempeln lassen, im Gegensatz zu dem, was uns die Briefmarkenlobby weismachen möchte und den Massenprodukten dieser Lobby, ganz normale, sammelwürdige Objekte sind. Ob wertvoll oder wertlos, das entscheidet nämlich der Markt – und beim Machwerk der Briefmarkenlobby hat der Markt entschieden: Wertlos!!

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