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Frage:
02.02.2014
Sehr geehrter Herr Koepfer,
Ihre Ablehnung des Briefmarkenhandels samt der Auktionshaeuser besorgt mich. Ich ersteigere durchaus auch bei den etablierten Auktionshaeusern, denn nur dort werden bestimmteSpitzenstuecke wie z.B. Probedrucke oder Randsignaturen angeboten. Bei e-bay findet man dererlei nicht viel. Und wenn, dann sind die Preise stattlich und manchmal sogar ueber Auktionsniveau. Ich meine, wer den Markt kennt, der kann auch im klassischen Auktionshandel seine Sammlung ergaenzen, ohne der Verschwoerung gegen den kleinen Sammler zum Opfer zu fallen. Haben Sie niemals dort zugeschlagen?
Erneut Glueckwuensche zu Ihrer guten, kritischen und wie man sieht auch populaeren Seite,
Christian Hemler
Antwort:
Es geht bei meinem Internetauftritt nicht um meine Person, ich käme da wunderbar klar. Aber "nur" das eigene Wissen zu nutzen, der Verschwörung gegen den kleinen Sammler nur egoistisch auszuweichen und ansonsten mit in den Schoß gelegten Händen lächelnd das übrige Chaos der Philatelie zu betrachten, ist mir nicht genug, ja, zuwider. Das ist nun kein Affront gegen Ihre Meinung bzw. Ihr Handeln, im Gegenteil, denn Sie tun, was alle tun sollten: Briefmarken mit Köpfchen zu sammeln. Die Briefmarkenlobby ist, logischerweise, denn ein Großteil ihres Geschäfts wäre dann nicht mehr möglich, in all ihren
Sinnen völlig empfindungsfrei, abgestumpft, läßt sich nicht auf Diskussionen ein, sitzt einfach nur aus, erahnt visionär wahrscheinlich die biologische Variante meiner Angriffe. Mich würde freuen, wenn Q1, das Sammeln erstklassiger Objekte, Eigendynamik entwickeln würde, der Schrott, meinetwegen aus Verzweiflung, den Weg in den Müll fände und jemand Kataloge schaffen würde, in denen Sammler eine objektive Bewertung Ihrer "Schätze" fänden. Das ist wahrscheinlich Träumerei, denn der heute übliche Egoismus zerstört die Entwicklung gesunder Gemeinschaften schon im Keim - von der kleinsten Zelle bis in allerhöchste Politik. Trotzdem!
Frage:
31.01.2014
Hallo Herr Köpfer!

DANKE für Ihre Blitzantwort und den Hinweis auf Q1 - halte mich strikt dran! ... und es macht Spass.

BUND unterliegt seit längerem einen Preisverfall.
Bei BERLIN konnte ich dies (bisher) noch nicht feststellen.

Fragen:
- Gehen Sie mit mir konform?
- Preisverfall auch bei BUND (Q1)?
- Oder konzentriert sich der Preisverfall nur auf den Ramsch (Schrott), den keiner außer den Ahnungslosen haben will?
VG Lutz
Antwort:
Nein, denn die beiden Gebiete, sowie auch die DDR und was es sonst noch so gibt, laufen identisch. Der als Schrott identifizierte Anteil allerdings erfährt den von Ihnen beobachtete Preisverfall in drastischer Art. Schauen Sie sich auf eBay die Berliner- und DDR-Angebote an und Sie stellen fest, daß Sie, wie auch beim Bund, derzeit auch unter 5.000 oder 10.000 Angeboten nicht eines aus der Kategorie Q1 finden. Gerade der Handel versucht derzeit verzweifelt seinen Schrott loszuwerden, aber DER Zug ist wohl abgefahren. Schlimm ist nur, nicht jedoch für die, die es kapiert haben, daß sich dieser Massenmüll nicht in Luft auflöst, sondern weiterhin Druck auf die Philatelie ausüben wird.

Danke für Ihre Anmeldung als Mitglied auf "stampedia.de" - und ich freue mich auf Ihre Teilnahme am Stammtisch.
Frage:
31.01.2014
Hallo Herr Köpfer!

Mit Erschrecken habe ich gestern festgestellt, dass bei eBay zurzeit ein Händler eine fast komplette gestempelte BUNDsammlung mit Bizone (ab 1945) für 288 € anbietet?

Fragen hierzu:
Wie erklären Sie sich diesen Ramschpreis?
Ist aus Ihrer Sicht auch bei BERLIN eine solche Entwicklung denk- bzw. absehbar?

VG Lutz
Antwort:
Sie haben die Antwort quasi schon gegeben: Es ist ein Ramschpreis, der Preis für Ramsch. Man kann getrost davon ausgehen, daß ein Händler, zumal ein Briefmakenhändler, nichts verschenkt. Die Händler haben meistens Riesenlager, die qualitativ im Prinzip unverkäuflich sind. Die Idee daraus eine "komplette Sammlung" zu gestalten finde ich raffiniert und bin davon überzeugt, daß eine große Nachfrage noch uninformierter Sammler dafür besteht, € 288,00 zum Fenster rauszuwerfen. Klar, mit Berliner Marken ist so etwas ohne Probleme auch gestaltbar und ich bin davon überzeugt, daß dies auch aus den meisten Dubletten- oder Sammlungsbeständen (Berlin-12, Frankfurt a.M., Bonn und Weiden) von Sammlern machbar ist. Das ganz große Problem ist, daß dieser Schrott nicht vom Markt verschwindet, sondern von einem Unbedarften zum nach nächsten wandert, zwischenzeitlich in Deutschland schon 164 Jahre lang. Machen Sie mit bei unserer derzeitigen Diskussion auf "stampedia.de" am "Stammtisch", da geht es nämlich genau auch um dieses Problem.

Q1 ist davon auf keinen Fall betroffen, allein schon deshalb, weil hierfür einfach das Material fehlen würde.
Frage:
29.01.2014
Ich entnehme Ihrer letzten Antwort, dass Sie auch für Verkäufe durch uns Sammler eher Ebay empfehlen würden? Weil ohne Tauschpartner häufig nur der Verkauf z.B. von Dubletten etc. die Erweiterung der eigenen Sammlung ermöglicht.
Antwort:
Unbedingt! Briefmarken zu tauschen setzt voraus, daß es eine Basis hierfür gibt. Natürlich einmal Tauschpartner und, wichtiger, eine Preis- / Wertbasis. Die, die Vereinsabende kennen, mögen sich deren Verläufe vergegenwärtigen um zu erkennen, daß effektiver Tausch dort nicht möglich ist. Wenn ausnahmsweise doch, dann auf welcher Preisbasis? Michel? Nein, die dortigen Bewertungen liegen endlos weitab von der Realität - in alle Richtungen. Ich meine, Tauschen ist Vergangenheit, abgesehen von Kontakten unter Jungsammlern, nicht mehr möglich. Also bleibt nur der Handel: Verkauf und Kauf. Dies assoziiert fälschlicherweise den Briefmarkenhandel - der fällt jedoch komplett aus meinen Überlegungen heraus. Der Grund ist einfach: Ich verkaufe diesem Briefmarkenhandel etwas für 10 bis 20 % (er versucht sogar mich noch weiter zu drücken!) vom Michel und kann es dort umgehend für 40 bis 100 % vom Michel wieder kaufen. Anders bei eBay. Dort biete ich etwas an, ich muß nicht mal großes Briefmarkenwissen haben, die Spezialisten erkennen Wert und Unwert einer Sache, und ich erziele (in der Regel) einen realistischen Verkaufspreis (Markenwert). Mit diesem Geld gehe ich nun auf die gezielte Suche nach meinen Wunschobjekten und zahle, bedingt durch mein Limit, wobei dies in Relation zur Realität zu setzen der Einzelne erst lernen muß, einen Einkaufspreis, den ich bei einem Wiederverkauf mit einiger Sciherheit auch wieder erzielen würde. Die eBay-Kosten hierfür sind meiner Meinung nach gerecht. Wenn wir alle unsere "edleren" Dubletten so anbieten, hat das fünferlei Effekt: 1. es wäre wieder mehr sammelwürdiges bei eBay zu finden (der derzeitige Schrott ist fast erdrückend!), 2. wir hätten Geld, um unsererseits Besseres einzukaufen, 3. wir zahlten nur, was wir bei einem Wiederverkauf auch wieder bekommen würden, 4. die sichere Vermeidung dauerhafter, schon beim Kauf realisierter Verluste, womit das heute übliche erfolglose Sammeln entfiele und 5., äußerst wichtig, dieser uns Sammler übervorteilende Sumpf der Briefmarkenlobby würde ausgetrocknet. Aus alledem ergibt sich seltsamerweise, nein logischerweise, daß ein Verband, zumal in der heutigen, gegen uns Sammler gerichteten Form, völlig unnötig wäre. Ich möchte zu diesem Thema gerne einen Chat auf "stampedia.de" und dort unter dem "Stammtisch", und dafür Donnerstag, den 06.02.2014 um 18:00 Uhr anbieten.

Frage:
28.01.2014
Gibt es neben Ebay noch eine andere Online-Plattform um Briefmarken zu ersteigern? Abgesehen von den professionellen Auktionshäusern.
Antwort:
Ich gehe mal davon aus, daß alle sonstigen "Auktionshäuser" vom "Briefmarkengewerbe" unterhalten werden - und verzichte darauf, mir deren Gebaren anzutun, denn genau das ist es, was uns in der Vergangenheit benachteiligte, übervorteilte, ja, betrog. Natürlich ist es frustrierend, auf eBay diesen Wust von Schrott durchsuchen zu müssen, um das wenige sammelnswerte zu entdecken. Das aber können wir dann i.d.R. zu dessen tatsächlichem Wert erwerben. Ich denke, daß es an uns Sammlern liegt, dieses tolle, unabhängige Instrument "eBay" weiter zu gestalten, in dem wir es als unser aller "Briefmarkenhaus" präferieren. Wir sollten uns dessen bewußt sein und es pflegen, daß wir hier als Sammler einen überschaubaren Aufschlag auf Käufe wie auch auf Verkäufe akzeptieren dürfen - und so, wenn wir uns an gewisse Spielregeln halten, eventuelle Gewinnzunahmen unserer Sammelobjekte selbst realisieren. Natürlich gibt es auch hier die Ausnahme von der Regel, aber ich akzeptiere bei Auktionen (bei eBay kann man die Suche ja auf "Auktionen" beschränken) keine hohen Startpreisvorgaben. Mit einem Euro begonnen, erkennen ernsthafte Sammler schnell den Wert eines Angebots und bieten entsprechend - und meistens gewinnt der tatsächlichen Wert. Dagegen, daß Unwissenheit auch dort "gegen die Wand" führt, wird man jedoch kaum etwas tun können.
Frage:
27.01.2014
Wie kann man es eigentlich erklären, dass chinesische Briefmarken mit sehr hohen Preisen bei Ebay gehandelt werden bzw. auch der Michel diese so hochwertig einstuft?
Antwort:
Im noch bis 1990 politisch abgeschotteten China wurden dort kaum Briefmarken gesammelt. Die (zumindest) wirtschaftliche Öffnung und die ebensolche Verbesserung einer kleinen, aber zahlenmäßig sehr großen Schicht, änderte die Nachfrage nach chinesischen Briefmarken schlagartig, worauf der Markt mit teilweise exorbitanten Preisen- bzw. Preisexplosionen reagiert - die auch bezahlt wurden. Weltweit. Inwieweit da nun Spekulation mitspielt, ist heute kaum zu beantworten und muß einfach abgewartet werden. Ich würde allerdings dringend davon abraten, auf diesen Zug aufzuspringen: dieser Markt ist abgegrast und hat für Neulinmge nur noch überteuerte Massenware übrig.
Frage:
27.01.2014
Nachtrag: also zumindest die älteren österreichischen Marken und ich meine auch einiges aus dem Deutschen Reich enthält im Michel die preisliche Differenzierung der Drucke
Antwort:
Besitzen Sie einen Österreich-Spezial-Katalog? Der sollte Ihnen weiterhelfen. Es ist die Wahrscheinlichkeit groß, das die Druckunterschiede überwiegend durch anhängende Bogenränder erkannt werden können.
Frage:
26.01.2014
Wie kann ich ohne technische Hilfe einen Plattendruck von einem Walzendruck unterscheiden?
Antwort:
Ich bin in den diversen Druckverfahren nicht sonderlich bewandert. Allerdings sind beide aufgeführte Druckverfahren im Briefmarkendruck offensichtlich nicht gebräuchlich - jedenfalls führt der Michel-Spezial sie nicht auf.
Frage:
22.01.2014
Hallo Herr Köpfer,

können Sie mir wohl sagen, warum bei dieser Marke das Prüfzeichen leicht erhöht gesetzt wurde?

http://www.ebay.de/itm/360839642358?ru=http%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fsch%2Fi.html%3F_sacat%3D0%26_from%3DR40%26_nkw%3D360839642358%26_rdc%3D1

Mit freundlichem Gruß
Joe
Antwort:
Wenn ich es richtig erkenne, hat die Marke und auch der Eckzahn, von der Rückseite her gesehen, oben rechts, einen leichten Knick. Das ist halt der Vorteil des Prüfzeichens, auch wenn man es nicht sofot erkennt, sieht man, die Marke hat Macken.
Frage:
21.01.2014
Hallo Herr Köpfer, wir haben als Nichtsammler eine sehr umfangreiche Briefmarkensammlung erhalten, deren Wert wir nicht einschätzen können. Die Schätzung bzw. Begutachtung durch z.B. ein Auktionshaus erfordert die Überlassung der Sammlung. Aber wir haben kein Verzeichnis zur Sammlung und können nicht wissen was sich eigentlich in ihr befindet. Welchen Rat können Sie uns zur Wertermittlung geben? Liebe Grüße I&O.
Antwort:
Ich neige, wieder einmal, zur Feststellung, guter Rat sei teuer. Es gibt definitiv keine Möglichkeit, den Sammlerwert von Marken / Objekten abzulesen - und selbst wenn es die gäbe, wäre darüber hinaus viel Wissen nötig um eine qualitative Einstufung vorzunehmen. Der Michel-Katalog ist auf die "Markenbewertung" bezogen, nichts anderes als eine Verkaufpreisliste des Handels, mit völlig schwammigen und willkürlichen Bewertungen, die eher mal zufällig den tatsächlichen Wert treffen. Man kann, und das beinhaltet natürlich auch Übervorteilung und Manipulation, davon ausgehen, daß der Preis, den ein Käufer zahlt, der Wert eines Objekts sei - worin jedoch viele Unwägbarkeiten stecken. Der Versuch des Wiederverkaufs zeigt dann meistens, daß der neue gültige Preis ein völlig anderer ist. Der Umfang einer Sammlung sagt prnzipiell nichts über deren Wert aus, denn es gibt hunderttausende von ganze Zimmer ausfüllende Sammlungen, für die niemand etwas zahlen möchte. Mein Rat wäre, sich langsam an eine Bewertung heranzutasten. Zeigen Sie, am besten bei Ihnen zuhause, einem Auktionator (keinen selbsternannten Möchtegern-Fachleuten aus irgendwelchen Vereinen!) die Sammlung und lassen sich sagen, was daran gut ist und fotografieren / dokumentieren fleißig. Wäre es, was ich Ihnen gönnen würde, eine "große" Sammlung, dann würde ich eines der großen Auktionshäuser kontaktieren, zu denen man dann letztendlich auch Vertrauen haben muß, haben sollte bzw. haben kann - ohne das läuft es gegen die Wand. Vor alledem aber sollten Sie ein wenig mitreden können und da würde es helfen, sich auf meinen Seiten einlesen.